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Neue Messstation soll klären: Wie effizient ist das lokale Wärmenetz?

WEYHERSDie Revolution der Energieberatung nimmt Formen an: Michael Ebert
analysiert mit einer neu entwickelten Messstation das Nahwärmenetz von Andreas
Klüber im Ebersburger Ortsteil Weyhers.


Bis zu zehn Häuser und die Heizungsanlage – sie besteht aus einer Hackschnitzelheizung mit 220 Kilowatt Leistung und einem 45 Kilowatt starken Blockheizkraftwerk auf Rapsölbasis – sollen untersucht werden. Dazu hat Ebert, der als Ingenieur der Energie- und Gebäudetechnik sowie als Sachverständiger in Ehrenberg-Wüstensachsen arbeitet, in den zurückliegenden Monaten einen Messkoffer entwickelt, der die Energieberatung revolutionieren soll: Alle gängigen Berechnungen rund um Hausbau und Sanierung basierten bislang auf theoretischen Größen. Diese unterschieden sich je nach Berechnungsmodell um bis zu 40 Prozent; Sanierungskonzepte seien dadurch oft fehlerhaft. Aufeinen Artikel in der FZ hatte sich Klüber, Heizungsbauer und Wärmenetzbetreiber, gemeldet. Das Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert. Für Klüber entstehen keine Kosten.


Mit den Messungen und der Datenerfassung an Klübers Anlage soll herausgefunden werden, wie effektiv die Heizungsanlage arbeitet, wie hoch der Wirkungsgrad der Heizung und des gesamten Versorgungsnetzes ist. Erfasst werden Kenngrößen von Dämmstoffen der Außenfassaden, Luftdurchlässigkeit von Fenstern, die Qualität der Rohrdämmung, Rohrdurchmesser, Wirkungsgrade der Heizungsanlage und Wetterdaten. Denn: „Messdaten gibt es bislang nicht“, erklärt Ebert.

Heizung optimieren

Klüber hatte im Jahr 2007 für 400.000 Euro ein einzigartiges Nahwärmenetz in Weyhers aufgebaut: Er versorgt mit Hackschnitzel und Rapsöl 21 Wohn- und Geschäftshäuser sowie das Kirchengebäude, den Kindergarten und das Bürgerhaus des Ortes mit Wärme. Alle haben nur noch einen Zwischenspeicher im Haus. 45.000 Liter befinden sich im Kreislauf. Anders als andere dezentrale Netze im Landkreis ist ein Regelungssystem eingebaut, sodass sich Häuser aus Klübers Zentrale steuern lassen. Die Häuser stehen in einer Entfernung von 80 bis 900 Metern um die Anlage, 1,9 Kilometer Rohre wurden vergraben. 98 Prozent der Wärme stammt aus regenerativen Energieträgern – 900 bis 1000 Kubikmeter Hackschnitzel werden pro Jahr benötigt. Eine Ölheizung wird nur im Notfall in Betrieb genommen.


Im Januar soll mit den Messungen begonnen werden. Es sollen verschiedene Wettersituationen erfasst und der Betrieb der Heizung überwacht  werden. Ziel der Messung ist es, die Heizungsanlage zu optimieren und Erfahrungen für zukünftige Nahwärmeversorgungsprojekte zu sammeln. Kleinere dezentrale Wärmenetze wie das Klübersche seien besonders effizient, aber alles habe eine Grenze, ab der sie ineffizienter werde,  erklärt Ebert. Diese soll herausgefunden werden. „Ich will auch wissen, ob das alles stimmt, was ich 2007 gebaut habe“, erklärt Klüber. Da sich seine Kunden vertraglich langfristig bänden, wolle er für Transparenz sorgen.

Weil Klüber plant, weitere Haushalte im Ort anzuschließen, darunter das Altenheim des Deutschen Roten Kreuzes, können ausden Messungen Rückschlüsse gezogen werden, ob er die Anlage erweitern oder eine zweite Anlage an einem anderen Standort bauen soll. Außerdem hat das Projekt einen weiteren positiven Nebeneffekt: Weil die Anlage fast ausschließlich mit erneuerbaren Rohstoffen betrieben wird und nach Abschluss im Frühjahr noch effektiver arbeitet, könnten die angeschlossenen Häuser einen Energiepass erhalten, der einen guten energetischen Zustand bescheinigt, obwohl das Haus sehr alt und weniger gedämmt ist als Neubauten. Ein zweites Ziel der Messung ist die sogenannte Nachsimulation: Mit den gemessenen Daten und einer Simulationssoftware lässt sich zeigen, wie sich bestimmte Sanierungsmaßnahmen auswirken. Im März sollen erste Ergebnisse vorliegen.